Besuchsdienst

Besuchsdienst

Nach intensiver Aus- und Fortbildung in Seelsorge und Beratung hat im Mai 2012 der Besuchsdienst seine Arbeit aufgenommen. Inzwischen sind wir acht aktive Ehrenamtliche. Es werden „Geburtstagskinder“ ab dem 70. Lebensjahr besucht und im Namen der Petrigemeinde gratuliert.

Der Besuch von der Kirche ist heutzutage so wenig selbstverständlich wie Kirche überhaupt, und auch nicht immer gut gelitten. Das ist zu respektieren, ohne deshalb zu resignieren. Eine Kirche, die zuhause eintritt, wird vertraut und macht neugierig.

Besuchsdienst hat etwas mit Türen zu tun, mit Türen, die sich öffnen oder verschlossen bleiben. Manchmal findet nur ein kurzes Gespräch statt, aber meistens werden wir hereingebeten, und die Menschen öffnen mehr als nur ihre Haustüre.

Bei Erstbesuchen wird die Tür manchmal nur einen Spalt breit geöffnet und die erstaunte Frage gestellt: „Wie, jetzt kommt (schon) die Kirche?“

Es dauert dann manchmal eine gute Zeit, bis Vertrautheit gewachsen ist.

Sehr unterschiedliche Situationen haben wir zu Beginn unseres Besuchsdienstes erlebt. Unser Anliegen hat sich dadurch verstärkt, unterwegs zu sein zu Menschen unserer Gemeinde, sie zu besuchen, Zeit zu haben und ihnen zuzuhören.

Wir Ehrenamtliche starten nach vorheriger Anmeldung unsere Besuche anlässlich des Geburtstages und werden mittlerweile mit Freuden empfangen. Die Begegnungen mit unseren Gemeindegliedern bereitet Freude auf beiden Seiten. Wir erhalten ein unmittelbares, meist positives Feedback von den Menschen, die wir besuchen.

Bei uns sind es auch die Besuchten, die uns zufrieden machen bei unserem Dienst, jedenfalls meistens, wenn auch die Besuchten manchmal traurig sagen, wir sollen ruhig öfter kommen. Aber wir wissen leider, dass wir das nicht leisten können.

Ein Gemeindeglied, deren Mutter im Seniorenheim besucht wurde, sagte uns: „Da sich meine Mutter nach wie vor der Petrigemeinde zugehörig fühlt, sind die Besuche sehr wertvoll, weil sie sich von der Gemeinde als noch wahrgenommen und nicht ver-gessen empfindet. Ich möchte mich bei allen Beteiligten bedanken und vielleicht kann das Beispiel meiner Mutter verdeutlichen, wie wichtig diese ge-lebte Nächsten-liebe für die Betroffenen ist.“

Nur eine Gemeinde, die sich besucht, bleibt in Kontakt und entwickelt ein lebendiges Miteinander. Nach unserer Meinung ist der Besuchsdienst Aufgabe der Gemeinde – und nicht des Pfarrers.

Wir können mit unserem Besuchsdienst leider nur einen kleinen Teil der „Geburtstagskinder“ erreichen. Eine große Arbeit macht sich darum auch unser Gemeindebüro und versendet die anderen Glück-wünsche per Post.

Es wäre sehr schön, wenn wir unser Team verstärken könnten.
Gerda-Marie Kleine