Wo bleibt meine Kirchensteuer?

Unsere Gemeinde gehört mit rund 1500 Gliedern zu den kleinsten im Kreis Herford. Sie beweist aber seit Jahren, dass man nicht groß sein muss, um lebendig zu sein. Es geht dabei nicht in erster Linie um Geld, aber Geld macht viele Dinge einfacher. Wir sind dankbar für alle Zuwendungen, insbesondere die Kirchensteuer. Damit sie bei uns ankommt, muss der Kirchenkreis, der für die Verteilung zuständig ist, wissen, wer reformierten Bekenntnisses ist und damit zu Petri gehört. Wie erfährt er davon?

Dazu ein kleiner Ausflug in die Welt der Kirchensteuer. Die Finanzämter führen monatlich die Kirchensteuer an die Evangelische Kirche von Westfalen, unsere Landeskirche, ab. Dabei berücksichtigen sie nur die Einträge evangelisch und katholisch. Eine weitere Unterscheidung nach lutherisch oder reformiert wird hier in Westfalen nicht gemacht, weil wir eine unierte Kirche sind, in der es sowohl lutherische als auch reformierte Gemeinden gibt.

Die Landeskirche verteilt die Kirchensteuer: Eine Umlage an die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), 9 Prozent für den allgemeinen Haushalt, etwas über 7 Prozent für gesamtkirchliche Aufgaben und knapp 22 Prozent für die Pfarrbesoldung. Es bleiben ungefähr 62 Prozent, die zahlt sie an die einzelnen Kirchenkreise aus. Die überweisen eine Pfarrbesoldungspauschale zurück und verteilen den Rest nach den Vorgaben ihrer Finanzsatzungen an die Gemeinden im Kreis je nach Anzahl ihrer Glieder.Wir im Kirchenkreis Herford haben eine Finanzgemeinschaft, die nicht nur nach der Gemeindegliederzahl die Kirchensteuer verteilt, sondern Größe, Baulast und Vermögen mitberücksichtigt.

Trotzdem ist die Zahl der Gemeindeglieder nicht unwichtig. Um sie zu ermitteln, bekommt der Kirchenkreis Unterstützung durch die Einwohnermeldeämter. Wer nach Herford zieht und sich anmeldet, kann angeben, ob er einer Kirche angehört und welches Bekenntnis er hat. Wer hier nur mitteilt, dass er evangelisch ist, wird der Gemeinde zugeordnet, in deren Gebiet er wohnt. Gibt man allerdings reformiert an, gehört man automatisch zur Petrigemeinde.

Auch ein Wechsel von einer Gemeinde in die andere ist unproblematisch möglich. Man muss das nur der Gemeinde, zu der man gehören möchte, formlos mitteilen. Die Umgemeindung regeln die beteiligten Gemeinden dann untereinander.


Für das Presbyterium Katrin Juhl